[Klimalinks 5.12.2019] Deutschland wird zum Klima-Risiko-Land; wie der Klimawandel Vögel verändert; US-Militär warnt vor Kollaps

• Durch die Dürre im Jahr 2018 rutschte Deutschland auf Platz 3 der international am meisten vom Klimawandel betroffenen Ländern der Welt: Deutschland wird zum Klima-Risiko-Land: In Mitteleuropa wähnte sich Deutschland weit weg von den Auswirkungen der Klimakrise. Nun ändert sich das drastisch: Die Bundesrepublik klettert auf Platz drei im globalen Klima-Risiko-Index von Germanwatch.

Climate change is forcing one person from their home every two seconds, Oxfam says: Climate-fueled disasters have forced about 20 million people a year to leave their homes in the past decade — equivalent to one every two seconds — according to a new report from Oxfam.

Studie mit 70.000 Tieren – Wie der Klimawandel die Vögel verändert: 40 Jahre lang haben Forscher in Chicago tote Vögel gesammelt und vermessen. Ihre Studie zeigt, dass sich die Tiere dem Klimawandel anpassen – ihre Flügel werden größer, ihre Körper kleiner.

An Extinction Rebellion protester dressed as a bee has glued himself to the Liberal Democrats’ battlebus, as the environmental group intervenes in the general election. The group said it was “buzzing around” political parties’ campaign battlebuses on Wednesday “demanding the climate and ecological emergency is top of the agenda this election”.

Staatliche Förderung für Klimawandelleugnung: Ausgerechnet der Verein “Pro Lausitzer Braunkohle” soll in Brandenburg über den Klimawandel informieren. Informationen des SPIEGEL zufolge fördert der Staat die Leugner der Erderwärmung mit Zehntausenden Euro.

• Tja. Umweltbundesamt: Sprit muss bis zu 70 Cent teurer werden: „Ein internes Papier des Umweltbundesamtes legt dar, welch drastische Einschnitte wirklich nötig wären, um die deutschen Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Die Steuer auf Diesel müsste bis 2030 um gut 70 Cent steigen, die Pendlerpauschale wegfallen. Mit den bislang angestrebten Maßnahmen bliebe laut Umweltbundesamt eine Klimaschutzlücke von 20 bis 30 Millionen Tonnen Treibhausgasen.“

Selbst fünfzig Jahre alte Klimamodelle sagen die globale Erwärmung korrekt voraus: „Most of the models accurately predicted recent global surface temperatures, which have risen approximately 0.9°C since 1970. For 10 forecasts, there was no statistically significant difference between their output and historic observations, the team reports today in Geophysical Research Letters.“

Ein neuer Bericht im Auftrag des Pentagons warnt vor einen Zusammenbruch der amerikanischen Zivilgesellschaft durch einen Ausfall der Energieversorgung und Seuchen innerhalb der nächsten 20 Jahre. Das US-Militär sollte sich laut Bericht umgehend auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten, anderenfalls drohe Kollaps durch Überlastung, da das Militär die Sicherheit des Landes aufgrund veränderter Bedingungen nicht mehr gewährleisten könne. Hier der Bericht als PDF.

• der sogenannte Warschauer Mechanismus soll für Ausgleichszahlungen für Kosten des Klimawandels an Entwicklungsländer durch reiche Nationen sorgen. Beim Klimagipfel hat Australien nun erstaunlicherweise argumentiert, auch dort würden vom Klimawandel betroffene Menschen leben, vor allem die australischen Ureinwohner. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Als nächstes beantragt Trump Ausgleichsmittel, weil Schwarze und Ureinwohner im Durchschnitt mehr vom Klimawandel betroffen sind (da sie durchschnittlich in gefährdeteren und deshalb billigeren Gebieten leben, ihre Häuser im Schnitt älter und anfälliger sind und so weiter).

New words for a new world: An interview with Matthew Schneider-Mayerson, co-editor of ‘An Ecotopian Lexicon.’

Historian William Cronon argued that the very concept of “wilderness” prevents us from living with nature, since it defines the wilderness as something distant, far from the corrupting influence of humans. The idea of “wilderness” doesn’t offer a way for humans to live with nature without destroying it.

Electric buses charge up quickly using new wireless systems

Climate change to steer all New Zealand government decisions from now on

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[Klimalinks 3.12.2019] Eröffnung des Klimagipfels; die Sounds von Klima-Katastrophen; eine Formel für die Dringlichkeit der Klima-Krise

• Wissenschaftler haben eine Formel für die Dringlichkeit der Klimakrise formuliert: Scientist’s theory of climate’s Titanic moment the ‘tip of a mathematical iceberg’.

Rather than being something abstract and open to interpretation, Schellnhuber says the climate emergency is something with clear and calculable risks that you could put into a formula. And so he wrote one.

Emergency = R × U = p × D × τ / T

In a comment article in the journal Nature, Schellnhuber and colleagues explained that to understand the climate emergency we needed to quantify the relationship between risk (R) and urgency (U). Borrowing from the insurance industry, the scientists define risk (R) as the probability of something happening (p) multiplied by damage (D).

For example, how likely is it that sea levels will rise by a metre and how much damage will that cause. Urgency (U) is the time it takes you to react to an issue (τ) “divided by the intervention time left to avoid a bad outcome (T)”, they wrote.

Fast alle europäischen Versicherungen haben sich aus Geschäften mit Kohlekraftwerksbetreibern zurückgezogen und ihnen folgen nun auch amerikanische Versicherer. In Europa gibt es mit Lloyd nur noch eine einzige Versicherung, die mit Kohlekraftwerksbetreibern arbeitet und auch die zieht sich langsam aber sicher zurück, da man die Risiken durch die Klimakrise mittlerweile mit einrechnet.

The number of insurers withdrawing cover for coal projects more than doubled this year and for the first time US companies have taken action, leaving Lloyd’s of London and Asian insurers as the “last resort” for fossil fuels, according to a new report.

The report, which rates the world’s 35 biggest insurers on their actions on fossil fuels, declares that coal – the biggest single contributor to climate change – “is on the way to becoming uninsurable” as most coal projects cannot be financed, built or operated without insurance.

• Die durchschnittliche Temperatur der Erde steigt schneller als gedacht und die World Meteorological Organization prognostiziert einen Anstieg zwischen 3° und 5° bis Ende des 21. Jahrhunderts: Global Warming Prediction Sounds Alarm for Climate Fight.

The world’s average temperature is rising faster than previously thought, headed for a gain that may be triple the goal almost set by almost 200 countries.

The findings by the World Meteorologic Organization suggest an increase of 3 degrees to 5 degrees Celsius (5.4 to 9 degrees Fahrenheit) by the end of the century. It’s another indication of how far off track the planet is in meeting its target to contain global warming to 1.5 degrees Celsius since the dawn of the industrial revolution.

Klimaforscher Stefan Rahmstorf – Jung & Naiv: Folge 447

Wir sprechen über die Ozeane und die Abschwächung des Golfstroms: Was hat das mit dem Klimawandel zu tun? Betrifft der Golfstrom uns überhaupt? Wieso droht ein Domino-Effekt? Lässt sich der Anstieg des Meeresspiegels überhaupt aufhalten? Sind ein paar Zentimeter Anstieg eigentlich so schlimm? Wie viele Meter Meeresanstieg drohen uns, wenn das Eis auf Grönland und in der Arktis schmilzt?

Außerdem geht’s um Klimawandelleugner und -verleugner, Kompensation von Flugreisen sowie die Bedeutung von „Klimaneutralität“.

Text-Version eines Vortrags von Sighard Neckel, Professor für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg, über die „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“ und die Soziologie des Anthropozäns. Neckel redet unter anderem über ein Paradox innerhalb linker Theorie: Die Bekämpfung globaler Ungleichheit und eine Anhebung der Lebensstandards in aller Welt bedeutet gleichzeitig faktisch einen Anstieg der CO2-Emissionen.

Soziopolis: Scholastische Irrtümer? Rückfragen an das Anthropozän
Piqd: Klimaverträglich und nachhaltig – eine Weltwirtschaftsordnung für das Zeitalter des Anthropozän?

Die Vorstellung einer handlungsfähigen Weltbürgerschaft, die im Auftrag der gesamten Menschheit die Erde advokatorisch verwaltet, entspringt einem Akteursidealismus, der in der gesellschaftlichen Wirklichkeit keine Entsprechung hat. Sie übersieht alle tiefgreifenden ökonomischen, kulturellen, religiösen und politischen Fragmentierungen, durch welche die Weltgesellschaft gekennzeichnet ist. Das Bild eines globalen politischen Subjekts ist die normative Überdehnung eines Wunschbildes, das aus den Befunden einer globalen Bedrohung die Konstitution eines globalen Akteurs ableitet, ohne zu reflektieren, dass – wie die Soziologie weiß – die Herausbildung kollektiver Akteure keine einfache Funktion ihrer Notwendigkeit ist. Aufgabe der Soziologie wäre es, einen solchen normative overstretch zu analysieren, anstatt sich von ihm die Richtung vorgeben zu lassen.

Die Europäische Zentralbank macht sich fit für die Zukunft und berücksichtigt den Klimawandel in ihren ökonomischen Prognosen: „In a strong hint that as president she would move the ECB beyond its traditional remit of controlling inflation, Lagarde said the bank would incorporate the climate threat into both its economic forecasts and in its capacity as watchdog of the financial system. The ECB, like all central banks, uses models to forecast how the eurozone economy will work. ‘These models need to incorporate the risk of climate change,’ said Lagarde. ‘That’s the very least, I think, we should expect.’“

Eröffnung des Klimagipfels – Frustrierter Weltenlenker: So richtig diplomatisch war der oberste Weltdiplomat nicht mehr: „Was mich frustriert, ist das langsame Tempo des Wandels, wo wir doch alle Techniken und Mittel haben“, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Montag bei der Eröffnung der 25. UN-Klimakonferenz (COP25) in Madrid. Die Menschen müssten den „Krieg gegen die Natur stoppen“. Und er forderte, „alle Regierungen müssen sich jetzt zu neuen Klimaplänen verpflichten“.

Neuer Anlauf für globalen Zertifikatehandel – CO₂-Märkte sollen Kosten für Klimaschutz senken: „Bei der Weltklimakonferenz, die am Montag beginnt, stehen die CO2-Märkte im Mittelpunkt. Durch den Handel mit Treibhausgaszertifikaten soll Klimaschutz billiger werden. Damit das Klima auch etwas davon hat, müssen aber die Marktregeln stimmen. Diese richtig hinzubekommen ist schwierig, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.“

Neuer Emissionsrekord: Warum nur protestieren hilft: „Nur wenn wir die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern, nur wenn klimafreundliche Gesetze unseren Alltag regeln, nur dann bekommen wir das Problem in Griff. Deshalb heraus auf die Straße, auf zum Klimastreik!“

Klimaaktivistin Thunberg erreicht Europa: Klimaprotestler gen Madrid: „Greta Thunberg schafft es, pünktlich zur Klimakonferenz wieder über den Atlantik zu segeln. Auch aus Deutschland reisen Aktivistinnen an.“

• Gutes Interview mit Klimaforscher Reto Knutti: Sind wir noch zu retten?

An einer Stelle sagt Knutti, er verstünde nicht, weshalb sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit innerhalb eines Jahres so gewandelt habe. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: Ständige Hitzerekorde in Folge und Greta Thunberg. Wie ich grade im neuesten Hitzerekord-Posting aufgeschrieben habe, schaffen die konstanten Rekordmeldungen eine gesellschaftliche Realität. Das alleine reicht aber noch nicht, es braucht erst ein Kind, das alleine vor dem Parlamentsgebäude steht. Die Seltsamkeit der Meldung löst einen Viraleffekt aus, die Rekord-Fakten schaffen eine wissenschaftlich begründete und konstante Dringlichkeit.

«Man hat kein einziges der Umwelt­probleme durch Eigen­verantwortung gelöst, durch den freien Markt, durch spontane Innovation», sagt Knutti jetzt.

«Nennen Sie irgendwas», sagt er.

«Den Katalysator?», sage ich.

«Es ist egal, welches Beispiel Sie wählen: Katalysator, Partikel­filter, Klär­anlagen, FCKW: Veränderungen gab es nur, wenn der Staat Regeln aufgestellt hat. Früher hat man den Abfall in den Wald geworfen, die Munition in den See und den Atommüll ins Meer. Heute muss der Abfall gesammelt, verbrannt oder recycelt werden. Früher liess man das Abwasser einfach in unsere Seen fliessen. Heute braucht jedes Haus Abwasser­leitungen. Wer würde Klär­anlagen infrage stellen? Gegen die schlechte Luftqualität, das Wald­sterben, den sauren Regen wurden Partikel­filter und Katalysatoren eingeführt. Es gibt Luftreinhalte­verordnungen, Schadstoff­tests für Autos. Man kann nicht mehr einfach einen grossen Kamin aufstellen und Rauch rauslassen. Man hat FCKW verboten wegen des Ozonlochs, und Atom­kraftwerke dürfen die Wasser­temperatur des Flusses, den sie zum Kühlen brauchen, nicht über einen Grenzwert erwärmen, weil sonst die Fische sterben. Man kann argumentieren: Es kann ja auch nicht jeder bauen, wie er will. Oder es kann auch nicht jeder fahren, wie er will. Für die Gesellschaft ergeben diese Regeln durchaus Sinn: Freiheit, solange nicht andere dadurch zu Schaden kommen. Wie man das jetzt immer bewerten will, eine Sache ist mit Blick in die Vergangenheit klar: Ohne Anreize oder Zwang ist im Umwelt­bereich selten etwas passiert. Wenn die Fossilen wenig kosten, die Schäden vom Steuer­zahler übernommen werden und der Staat nicht lenkend eingreift, gehen die Emissionen rauf, rauf, rauf.»

Open Water: Greenlanders on the climate crisis

A glimpse into the lives of three Greenlanders: a hunter, a ship’s captain and a fisherman, individuals whose very existence and heritage is intertwined with the Arctic Ocean. Like many who live in the polar north, their fortunes straddle the extremes of summer and winter. Faced with a drastically changing environment, these seafarers reflect on their past, their present and uncertain future with a complex mix of emotions.

Handfestes im ‘Paradies’: Wie im Pazifik gegen die Folgen des Klimawandels gekämpft wird: „Viele der Gruppen in den pazifischen Inselstaaten, mit denen ich zusammengearbeitet habe, verstehen Umweltgerechtigkeit als eine Frage der Menschenrechte. Der Zugang zu ihrem Land, ihren Gewässern und ihre Ressourcen ist ihr unveräußerliches Recht. Dieses Recht werden ihnen aufgrund von Umständen entzogen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Gerade in nationalen und internationalen Steuerungsgremien ist es sinnvoll, Umweltgerechtigkeit als Menschenrecht zu benennen.“

• Die Haltung der rechten Regierungen in den ehemaligen Ostblock-Staaten in a nutshell: „Why should we decide 31 years ahead of time what will happen in 2050?“ Ansonsten haben die Rechten eher wegen Flüchtlingen die Hosen voll, wie immer: Migration v climate: Europe’s new political divide: „In Hungary and elsewhere, activists are demanding climate action but politicians say biggest threat comes from migration.“

Mosquitoes bring ‘mystery illness’ to the mountain villages of Nepal: „Rising temperatures linked to outbreaks of dengue fever high in the Kathmandu Valley, experts say“

‘Unprecedented’ Rains in East Africa Offer a Glimpse of the Climate Emergency: „As world leaders gather in Madrid to come up with solutions to the climate crisis, the people of East African nations such as South Sudan, Kenya, and Somalia are feeling the effects firsthand. Incessant rains throughout the region have spurred flash floods, affecting millions across the region as families are displaced and killing more than 250 people“.

• Erneuerbare Energien aus den Methan-Emissionen von Essensabfällen: Farmers Are Using Food Waste To Make Electricity

• Es gibt Sounds, die eine Art Klima-PTSD bei Menschen auslöst, die Flut-Katastrophen oder Hurrikane überlebten, also starke Wind-Geräusche, heftiger Wellengang und peitschender Sturmregen und so weiter: The Sounds That Trigger Trauma.

• Die Trump-Regierung veröffentlicht ihre schlechte Klima-Nachrichten an Feiertagen, wenn es keiner mitbekommt weil na klar tut sie das: A Grave Climate Warning, Buried on Black Friday: „In a massive new report, federal scientists contradict President Trump and assert that climate change is an intensifying danger to the United States. Too bad it came out on a holiday.“

Podcasts:

HR2 Der Tag: Mehr Kohle fürs Klima – Was kostet das gute Gewissen? (MP3)

“Auf Grund eines Ablassbriefes das Heil zu erwarten, ist eitel”, urteilte schon vor über 500 Jahren der Reformator Martin Luther. Jetzt trifft sich die Welt in Madrid, um genau ihn wieder aufleben zu lassen: den Ablasshandel. Dieses Mal geht’s nicht um das fiktive Seelenheil einzelner Gläubiger, sondern um das konkrete Überleben aller Menschen. Aber irgendwie ist der Handel mit Erderwärmungszertifikaten, der bei der Klimakonferenz in Madrid verhandelt wird, doch sehr ähnlich dem Ablasshandel, den Martin Luther in seiner 52. These gegeißelt hat. Und vielleicht wird dann demnächst ein Reformator seine Thesen an die Pforte der UNO nageln und den ganz großen Wandel einläuten, der die bisherige Weltordnung ins Wanken bringt. Oder er funktioniert doch, der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten. Und die Welt wird von einem neuen Markt gerettet, nachdem der Kapitalismus sie zerstört hat.

NDR Feature: Greta bringt die Welt in Ordnung (MP3, Info)

Im Sommer 2018 begann die damals 15-jährige Stockholmer Schülerin Greta Thunberg mit ihrem „Schulstreik für das Klima“. Mit einem selbstgemalten Pappschild hockte sie sich vor das schwedische Parlament. Die kleine Tat zeigte bald enorme Wirkung. Hunderttausende Schüler sind heute weltweit bei #fridaysforfuture aktiv. Sie engagieren sich vehement dafür, dass die Mächtigen endlich aufwachen. Manche aber reagieren auf den Protest mit Hohn und offenem Hass. Politiker und Publizisten plädieren dafür, den Klimawandel den „Profis“ zu überlassen.

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2010er sind die heisseste Dekade, ever

3. Dezember 2019 16:31 | #Klimawandel #Wissenschaft

Neuer Eintrag in meine Sammlung der Hitzerekorde: Die 2010er werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die heisseste Dekade seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und 2019 dürfte entweder das zweit- oder drittheisseste Jahr werden, was die letzten 5 zu den wärmsten Jahren seit metreologischer Datensammlung macht.

Ich erachte diese Hitzerekorde als das planetare „Houston, we have a problem“ unserer Zeit und die Rekordmeldungen illustrieren das Problem äußerst trefflich, vielleicht grade weil sie den langsamen aber stetigen Temperaturanstieg wie in Zeitlupe alle paar Monate und Jahre immer und immer wieder ins Gehirn hämmern, weshalb ich meiner kleinen Rekord-Sammlung auch gerne immer wieder viel Platz einräume. Die nächste Generation wird nicht so zimperlich mit uns umgehen, wie Frau Thunberg.

WMO: 2019 concludes a decade of exceptional global heat and high-impact weather

The year 2019 concludes a decade of exceptional global heat, retreating ice and record sea levels driven by greenhouse gases from human activities. Average temperatures for the five-year (2015-2019) and ten-year (2010-2019) periods are almost certain to be the highest on record. 2019 is on course to be the second or third warmest year on record, according to the World Meteorological Organization.

Guardian: Decade of ‘exceptional’ heat likely to be hottest on record, experts say

Temperatures for the years from 2010 to 2019 were about 1.1C above the average for the pre-industrial period, showing how close the world is coming to the 1.5C of warming that scientists say will cause dramatic impacts, extreme weather and the loss of vital ecosystems. The preliminary findings of the State of the Global Climate, an annual publication by the WMO, show that this year is on course to be the second or third warmest since records began.

The latest WMO figures showed the pattern of warming was growing stronger, warned Keith Shine, regius professor of meteorology and climate science at the University of Reading.

“Each of the past four decades has been 0.1 to 0.2C warmer than the decade before. Carbon dioxide levels have continued their relentless rise, and methane levels have grown much more rapidly than in the previous decade. Unless things start to change markedly, it is going to get harder and harder to meet the goals of the Paris agreement.”

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[Klimalinks 29.11.2019] Weltweiter Klimastreik mit Protesten in der Arktis; schmelzender Eisblock als Platzhalter für Boris Johnson; Massive Attack über den Klima-Impact der Musik-Industrie

29. November 2019 13:48 | #Klimawandel #Politik #Protest #Umwelt #Wirtschaft

Liveblog des Tagesspiegels von den Klimaprotesten in Berlin heute: Aktivisten springen in Berlin in die Spree. Heute finden wieder weltweit Proteste gegen die Untätigkeit der Politik angesichts einer drohenden Klima-Katastrophe statt. Alleine in Berlin sind zehntausende Leute auf der Straße und am Brandenburger Tor, Demos gibt es in praktisch allen größeren Städten weltweit. Schön.

• spOnline: “Polarstern”-Forscher gehen für Klimaschutz aufs Eis: Hunderte Protestaktionen für den Klimaschutz sind weltweit an diesem Freitag angekündigt. Auch deutsche Wissenschaftler demonstrieren mit – in der Arktis und in der Antarktis.

Guter Kommentar auf Übermedien über den Umgang von Journalisten mit unwissenschaftlichen Aussagen von Politikern und fachfremden Wichtigtuern, die alleine deshalb scheinbaren Nachrichtenwert erhalten, weil sie eben von Politikern oder Wichtigtuern geäußert werden: „Am 29. November gehen wieder ‘Fridays for Future’ auf die Straßen. Die Medien werden sich wieder mit Berichten über diese junge Protestbewegung aus dem Nichts überschlagen. Dabei stünde uns Journalisten ein bisschen professionelle Demut bei diesem Thema ganz gut. Denn anstatt zwischen seriöser Forschung und abseitigen Einzelmeinungen zu unterscheiden, verlieren sich die Berichte immer noch oft im Einerseits-Andererseits.“

• Davon abgesehen zeigt eine Studie, dass Kategorien wie Skeptiker nichts über die Bereitschaft zu Änderungen des eigenen Lebensstils aussagen. Das Paper versucht insgesamt zu ermitteln, welches Kommunikationsverhalten optimalen Klimaschutz in der Bevölkerung aktiviert: Understanding (and Reducing) Inaction on Climate Change.

Die Studie erteilt zum Beispiel der verbreiteten Haltung eine Absage, negative und apokalyptische Botschaften würden zur Paralyse führen. Das Gegenteil ist der Fall: Negative Botschaften, die gleichzeitig Lösungansätze transportieren, führen zu einem Gefühl von persönlicher, individueller Effizienz („Wir sind zwar am Arsch, aber noch geht was.“) Diese Studie bestätigt also Greta Thunbergs Kommunikationsansatz („I want you to be afraid“, „You have to keep Fossil Fuels in the ground“).

Die Studie schlägt zur Verringerung von „Climate Inaction“ drei Strategien vor:
1. Negatives Framing bei gleichzeitigen Lösungsvorschlägen (s.o.)
2. In-Group-Messenger, die schlechte Nachrichten für die eigene politische Peergroup „übersetzen“. Konservative ignorieren ökologische Botschaften so lange sie von links kommen, hören aber sehr wahrscheinlich auf die eigenen Leute, die ihnen die Kosten vorrechnen. Auch deshalb verlinke ich hier vorwiegend Meldungen auf dem Finanz-Sektor.
3. Klimaschutz normaliseren und die neuen Normen entsprechend kommunizieren, also einen neuen Standard etablieren (Car-Sharing zum Normalfall im Bekanntenkreis machen etwa, im Büro für die Nutzung von ÖPNV werben und so weiter).

• Boris Johnson hatte als einziger Parteivorsitzender keine Lust auf eine Klimawandel von Channel 4, weshalb die Redaktion der Sendung seinen Platz kurzerhand mit einem schmelzenden Eisblock besetzten. Jetzt ist die konservative Partei tatsächlich angepisst, weil Journalisten einen bissigen symbolischen Kommentar auf die Arbeitsverweigerung ihres Vorsitzenden abgaben. Konservatismus in a nutshell.

Globale Studie: Klimawandel bedroht seltene Pflanzen: „Die gute Nachricht: Auf der Erde gibt es viel mehr Pflanzen als vermutet, so Forscher in einer neuen Studie. Die schlechte Nachricht: Klimawandel, Landwirtschaft und Städtebau könnten viele von ihnen verschwinden lassen.“

Australien steht das Schlimmste noch bevor: „Die Brandsaison auf dem fünften Kontinent begann dieses Jahr ungewohnt früh und heftig. Dabei steht die wirklich kritische Jahreszeit noch bevor.“

• Massive Attack im Guardian über ihren Carbon-Footprint und ihre Teilnahme an einer Studie über den Impact der Musikindustrie: We’ve toured the world for years. To help save the planet we’ll have to change: „As a band that has toured globally for several years, we’ve had cause to reflect on this. Concerns over our own carbon impact and those of our wider industry aren’t new to us, but the urgency is. Last year, the UN Intergovernmental Panel on Climate Change called for “rapid, far-reaching and unprecedented changes in all aspects of society” and said carbon emissions were harmful, regardless of the fun had in their generation. In other words, what goes on tour doesn’t stay on tour.“

Vor COP25 und Globalem Klimastreik: Umweltverbände fordern mutiges Handeln statt mutloses Vertagen – mit Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident DNR; Jörg-Andreas Krüger, Präsident NABU; Michael Schäfer, Leiter Klima WWF; Verena Graichen, Stellv. Bundesvorsitzende BUND; Martin Kaiser, Geschäftsführer Greenpeace

Is Net Zero Emissions an Impossible Goal? What it would take to suck more carbon dioxide out of the air than we put in:

Totaling up some of the options I’ve listed, we could draw down 1 billion tonnes of carbon dioxide by planting trees, 1.5 billion by better forest management, 3 billion by better agricultural practices, and up to 5.2 billion by biofuels with carbon capture. This adds up to over 10 billion tonnes per year. It’s not nearly enough to cancel the 37 billion tonnes we’re dumping into the air each year now. But combined with strenuous efforts to cut emissions, we might squeak by, and keep global warming below 2 degrees Celsius.

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Klimalinks 27.11.2019: Forscher warnen vor 9 aktiven Kipppunkten im Klimasystem; Klimadiskurse im Überblick; Nazis bedrohen Braunkohleproteste

• Im Vorfeld der Abstimmung über die Erklärung eines Klimanotstands der EU haben eine Reihe von Forschern eine gemeinsame Erklärung im Wissenschaftsmagazin Nature abgegeben, in der sie vor einem nicht nur symbolpolitisch gemeinten Notfall warnen, laut dem wir bereits mehrere sogenannte Tipping-Points in atmosphärisch-klimatischen Systemen erreicht hätten und das gesamte Gefüge drohte, in einen sich selbst verstärkenden Treibhauseffekt zu kippen.

Solche Kipppunkte sind etwa auftauende Permafrostböden, die Methan in die Atmosphäre entweichen lassen; veränderte Wolkenbildung, die zu einer weiteren Aufheizung der Ozeane führt oder das Abschmelzen von Polkappen und Gletschern, die weniger Sonnenstrahlung reflektieren können. Erreichen genug dieser Tipping Points ein katastrophales Ausmaß, kippt das komplette klimatische System. (Einen sogenannten Galoppierenden Treibhauseffekt wie auf der Venus ist nach Berechnungen von Klima-Apokalyptiker James Hansen, der mit seinen Voraussagen bislang übrigens richtig lag, übrigens ausgeschlossen, selbst wenn die Menschheit sämtliche fossilen Brennstoffe abfackeln würde – zwar wäre der Planet dann unbewohnbar und 20°C heißer, einen galoppierenden Treibhauseffekt gäbe es aber nicht.)

Nature.com: Climate tipping points — too risky to bet against, Phys.org: Nine climate tipping points now ‘active,’ warn scientists

If current national pledges to reduce greenhouse-gas emissions are implemented — and that’s a big ‘if’ — they are likely to result in at least 3 °C of global warming. This is despite the goal of the 2015 Paris agreement to limit warming to well below 2 °C. Some economists, assuming that climate tipping points are of very low probability (even if they would be catastrophic), have suggested that 3 °C warming is optimal from a cost–benefit perspective. However, if tipping points are looking more likely, then the ‘optimal policy’ recommendation of simple cost–benefit climate-economy models4 aligns with those of the recent IPCC report2. In other words, warming must be limited to 1.5 °C. This requires an emergency response.

• Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Politik und Zeitgeschehen der Bundeszentrale für politische Bildung widmet sich komplett dem Klimawandel und kostet nichts. Alle Artikel sind im Volltext auch online zu lesen, es geht unter anderem um „Faszinosum Fridays for Future“, eine „Kleine Geschichte der Klimadebatte“, „Nachhaltigkeitstransformation ist eine Sache der Praxis“ und den „Aufbruch in die ökologische Moderne. Vom Raubbau an der Natur zur Kooperation mit der Natur“.

Durch Fridays for Future erfahren das seit Jahrzehnten bekannte Problem des menschengemachten Klimawandels und die Herausforderung, sich über geeignete Ansätze sowohl für seine Begrenzung als auch für eine Anpassung an seine Folgen zu verständigen, eine bisher unerreichte gesellschaftliche Politisierung.

Alte Fragen werden mit neuem Nachdruck diskutiert: Wie lässt sich die Reduktion klimaschädlicher CO2-Emissionen effektiv umsetzen? Welche politischen Weichenstellungen sind prioritär? Welche Rolle können marktwirtschaftliche Mechanismen beim Klimaschutz spielen? Und was tragen Verhaltensänderungen auf individueller Ebene bei? Zugleich wird die Klimadebatte selbst mit Blick auf die sie auszeichnenden Katastrophenszenarien, Verzichtsaufforderungen und verkürzten Darstellungen von Zusammenhängen kritisch reflektiert.

Kluger Kommentar von des geostrategischen Beraters Roderick Kefferpütz zur Rolle von Zentralbanken und Fiskalpolitik in einer Ökonomie, die klimasystemische Bedingungen reflektiert und in die Bewertung von Investitionen und Kapitalgütern mit einbezieht. Er betont darin die äußerst schwache Wirtschaftspolitik Deutschlands unter den Bedingungen des Klimawandels und fordert wie yours truly eine Erweiterung der Risikobewertungen. Der Kampf gegen den Klimawandel wird an zwei Orten gekämpft: Auf der Straße und im Hambi – und in den Büros von Versicherungen und Banken. Beide dürften schon sehr bald eine sehr seltsame Symbiose bilden.

With just a few changes in monetary policy, CO2 emissions in the corporate and bank bond portfolio could be reduced by 44 per cent, says Dirk Schoenmaker, Professor of Banking and Finance at Erasmus University in Rotterdam. Banks, hedge funds, insurance companies and rating agencies would all take climate aspects into account in their evaluations and investment decisions. “A decade after the world bailed out finance, it’s time for finance to bail out the world,” writes economic historian Adam Tooze. Christine Lagarde, the new head of the ECB, has already announced that the debate on how central banks can contribute to climate protection is a priority.

Braunkohleproteste in der Lausitz: Nazis bedrohen Klimaaktivistinnen: Gegen Ende Gelände formiert sich breiter Gegenprotest auch von rechten Gruppierungen. Aktivistinnen reagieren mit Sicherheitskonzepten.

• Das UN Environment Programme hat ihren jährlichen Emissions Gap Report vorgelegt, der die Lücke zwischen den realen CO2-Emissionen und den Ausstößen beschreibt, die zur Einhaltung des Pariser Abkommens mit einer Begrenzung auf 1,5°C Erderwärmung nötig sind. Laut Bericht müssen wir ab sofort jedes Jahr 7,6% weniger Treibhausgase ausstoßen um das Abkommen einzuhalten und wir befinden uns auf einem Weg zu einer Erderwärmung von 3,2°C.

Earther: UN Report Says This is Our Last Shot to Take Action on Climate Change, Buzzfeed: “We Cannot Afford To Fail”: A New UN Report Is Forecasting Potentially Catastrophic Warming, hier das Dokument als PDF.

Gib mir den Rest, Baby…

EU ruft Klimanotstand aus

28. November 2019 16:02 | #Klimawandel #Politik #Umwelt

Das Europaparlament hat nun also einen Klimanotstand für die EU ausgerufen, ein symbolpolitischer Akt um auf die Dringlichkeit des Themas hinzuweisen. Aus der Pressemitteilung der EU:

Ahead of the UN COP25 Climate Change Conference in Madrid 2-13 December, the Parliament on Thursday approved a resolution declaring a climate and environmental emergency in Europe and globally. They also want the Commission to ensure that all relevant legislative and budgetary proposals are fully aligned with the objective of limiting global warming to under 1.5 °C.

In a separate resolution, Parliament urges the EU to submit its strategy to reach climate neutrality as soon as possible, and by 2050 at the latest, to the UN Convention on Climate Change. MEPs also call on the new European Commission President Ursula von der Leyen to include a 55% reduction target of greenhouse gas emissions by 2030 in the European Green Deal.

Diese Notstandserklärungen werden seit wenigen Jahren vor allem von einzelnen Städten ausgerufen. Die erste Stadt war das australische Darebin City, die am 21. August 2017 den „Darebin Climate Emergency Plan“. In Australien mussten schon vor Jahren die metereologischen Skalen zur Messung von Hitze nach oben angepasst werden, da die Temperaturen nicht mehr wiedergegeben werden konnten.

Rechtlich verpflichten diese Klimanotstände zu nichts, haben mit Notstandsgesetzen grade mal das Substantiv „Notstand“ gemein, was die Konservativen zu einer dümmlichen Syntax-Kritik an der EU-Abstimmung motiviert. Die darüber hinausgehende Kritik, die an eine Aushebelung von demokratischen Prozessen über die Emotionalisierung einer Debatte erinnert, ist durchaus ernstzunehmen, nur sollte jemand die Konservativen daran erinnern, dass genau diese Emotionalisierungen zu Verschärfung von Sicherheitsgesetzen und Überwachungsmaßnahmen führten. Eine solche Kritik ist auch immer eine Kritik an konservativer Innenpolitik.

Ebenfalls lächerlich machen sich die Konservativen natürlich durch ihre scheinheilige Erinnerung an den demokratischen Prozess, wenn sie gleichzeitig Gesetzestexte von Lobbyisten schreiben lassen, Überwachungsmaßnahmen von Klima-Aktivisten absegnen und der korrupten Automobilindustrie Steuererleichterungen zukommen lassen. Auch diese Dinge sind umweltpolitisch invertierte Symbolpolitik aus dem konservativen Lager und man kann die Amthors dieser Welt für diese Heuchelei nur verachten.

Letztenendes ist diese erste Notstandserklärung eines Staatenbundes die Reaktion auf ein paar sehr banale Erkenntnisse und eine Korrektur des Tagesbetriebs im politischen Geschäft. Die gigantischen Kosten, die der Klimawandel so oder so für kommende Generationen verursachen wird – durch Karbon-Sucker, Filter und/oder Umsiedelungen, Auf/Abbau von Infrastruktur und Aufräumarbeiten nach Katastrophen –, verändert die ökonomische Grundlage der Politik, deren korruptes Geschacher um Machterhalt vor allem anachronistisches Kaspertheater darstellt und angesichts der kommenden Umwälzungen nicht mehr als Realpolitik bezeichnet werden kann und darf. Die Notstandserklärung von Brüssel gilt vor allem für die Politik selbst.

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[Klimalinks 26.11.2019] Deutschland bereits 1,5°C wärmer; Koalabären und Klima-Clickbait; Sanktionen gegen Klimasünder-Staaten

26. November 2019 18:23 | #Klimawandel #Politik #Umwelt #Wirtschaft

Neuer Rekord in der durchschnittlichen CO2-Konzentration in der Atmosphäre: „Using data from monitoring stations in the Arctic and all over the world, researchers say that in 2018 concentrations of CO2 reached 407.8 parts per million (ppm), up from 405.5ppm a year previously. This increase was above the average for the last 10 years and is 147% of the pre-industrial level in 1750.“

• Falls jemandem noch nicht klar ist, welches Thema in den nächsten Jahrzehnten nicht nur die Politik bestimmt: Klimabericht der Bundesregierung – Deutschland hat sich bereits um 1,5 Grad erwärmt: „Vertrocknete Wälder, Niedrigwasser in Flüssen, Sturmfluten an der Küste: Der Klimawandel ist einer neuen Auswertung zufolge in Deutschland angekommen, die Effekte lassen sich immer klarer direkt messen.“

Die Klimareporter dazu: „Mehr Hitzetage, höherer Meeresspiegel: Wir merken den Klimawandel hierzulande schon deutlich“.

In Deutschland war es im vergangenen Jahr 1,5 Grad wärmer als noch 1881. Nicht weniger als 0,3 Grad sind allein in den vergangenen fünf Jahren hinzugekommen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrem zweiten Monitoringbericht zum Klimawandel in Deutschland. Im globalen Durchschnitt sind die Temperaturen bisher um ungefähr ein Grad gestiegen.

“Die Botschaft des Monitoringberichts lautet: Die Zukunft hat uns bereits erreicht”, sagte Maria Krautzberger, Chefin des am Bericht beteiligten Umweltbundesamts. “Deutschland steckt mittendrin in der Erderhitzung, mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit.” Nun müsse “dringend vorgesorgt” werden.

• Drei exzellente Quellen für tiefgehenden Klimawandel-Journalismus: Der Newsletter HEATED von Emily Atkin, immer hochaktuell, kritisch und sehr lesenswert; den Meta-RSS-Feed von Climate Central, der Links zu Klimawandelnews aus allen möglichen Medien anbietet; die Sea Level Rise and Climate Change News From Around the World von Ozeanograph John Englander mit meistens täglich mehreren Link-Postings zu allen möglichen Quellen.

• Aus dem grade erwähnten Newsletter von Emily Atkins: Koalabären sind nicht ausgestorben und es gibt ein Clickbait-Problem im Klimawandel-Journalismus, dem leider auch viele Aktivisten erliegen: Forbes delivers a one-two punch of viral climate garbage, Hot garbage piece #1: Koalas functionally extinct. Grade bei einem drängenden Problem wie dem Klimawandel kann es sich der Journalismus nicht leisten, hier emotional aufgeladenen Müll für Klicks, der letztenendes nur Argumentationsmaterial für Kritiker liefert.

• Bloomberg ist anscheinend der Präsidentschaftskandidat mit dem schärften Klima-Profil (und als schwerreicher Milliardär wohl auch der mit der fettesten CO2-Bilanz): Bloomberg Is a Climate Leader. So Why Aren’t Activists Excited About a Run for President?

• Guter Move, internationale Sanktionen gegen Klimasünder-Staaten: Green New Deal Author Wants To Expand Anti-Corruption Laws To Cover Climate: „Sen. Ed Markey (D-Mass.) has proposed new legislation to make it easier to sanction foreign companies and individuals responsible for planet-heating pollution or human rights abuses against environmentalists. The bill, a draft of which HuffPost obtained, gives the White House additional authority to cut off access to U.S. financial institutions or block visa requests and compels the president to ‘prioritize action against, and deterrence of, egregious behaviors that undermine efforts’ to prevent catastrophic global warming.“

EU-Abgeordnete wollen vor der Klimakonferenz am 2. Dezember über eine Klima-Notstands-Erklärung abstimmen lassen.

• Dank Energiehunger in China, Indien und Brasilien gingen die Investitionen in erneuerbare Energien in Entwicklungsländern erstmals zurück: In Developing Nations, a Decline in Clean Energy Investment.

• Die Florida Keys stehen seit 3 Monaten unter Wasser: 82 Days Underwater: The Tide Is High, but They’re Holding On.

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[Klimalinks 25.11.2019] Outdoor-Klimaanlagen in Qatar; Studie zum Production Gap; BigShort-Investor wettet auf Klimawandel

25. November 2019 14:03 | #Klimawandel #Politik #Recht #Umwelt #Wirtschaft

In Qatar kühlt man die Luft draußen schon seit einer Weile mit Klimaanlagen und derzeit bauen sie gigantische Ventilatoren in die Stadien der Fußball-WM 2022, alles selbstverständlich mit einer katastrophalen CO2-Bilanz, die den Planeten noch weiter aufheizt. Wir kicken uns fröhlich feiernd in den Abgrund. Was für eine fantastische Menschheit wir da am Start haben, es ist unglaublich.

To survive the summer heat, Qatar not only air-conditions its soccer stadiums, but also the outdoors — in markets, along sidewalks, even at outdoor malls so people can window shop with a cool breeze. “If you turn off air conditioners, it will be unbearable. You cannot function effectively,” says Yousef al-Horr, founder of the Gulf Organization for Research and Development.

Klimaaktivistinnen argumentieren vor Gericht mit Notwehr. Ich bin gespannt, wie das Gericht dieses Argument einschätzt und wünsche gutes Gelingen. Sollte das nicht vollständig ignoriert oder abgewiesen werden, könnte sich diese Argumentation und die Begründung des Gerichts noch als sehr nützlich in der Zukunft erweisen und das meine ich sehr ernst. Sue the fuckers.

• David Burt war vor zehn Jahren Berater bei Cornwall Capital, der Firma, die vor der Finanzkrise auf ein Platzen der Immobilienblase in den USA gewettet und damit drölf Millionen Dollar gemacht hatte. Die Firma wurde im Film The Big Short portraitiert und gilt als einer der ganz wenigen Gewinner der 2008er Wirtschaftskrise. David Burt hat nun eine neue Firma gegründet und wettet wieder, und zwar auf eine neue Krise im Immobilienmarkt dank Klimawandel und nicht mehr versicherbaren Gebäuden.

We tend to conceive of global temperature rise as a slow, steady and predictable threat: humans release emissions, the atmosphere gets warmer and sea levels get higher and higher. But the disaster Burt thinks the markets are ignoring could strike a lot sooner and more abruptly. It would likely be felt first in Texas, Florida, New Jersey, California or anywhere else with a ton of homes and other real estate exposed to flooding, and then spiral outwards into the financial system, potentially wreaking destruction rivaling what happened in 2008.

Man kann das als opportunistischen Katastrophen-Kapitalismus kritisieren, man kann darin aber auch ein krasses Warnsignal an liberale und konservative Kräfte erkennen in der Sprache, die diese Leute verstehen.

• Die amerikanische Zentralbank jedenfalls sieht das ähnlich und deutet an, ihre geldpolitischen Entscheidungen in Zukunft (auch) unter Aspekten des Klimawandels festzulegen: Fed sees climate change shaping economy, policy: „The U.S. central bank signaled on Friday it may be getting ready to join international peers in incorporating climate change risk into its assessments of financial stability, and may even take it into account when setting monetary policy.“

• Netter Symbolprotest gegen Privat-Jets: Climate activists block Geneva airport’s private-jet terminal.

China plant 40 neue Kohlekraftwerke:

China raised its coal-fired power capacity by 42.9 gigawatts (GW), or about 4.5%, in the 18 months to June, connecting new projects to the grid at a time when capacity in the rest of the world shrank, according to a study published on Wednesday. China also has another 121.3 GW of coal-fired power plants under construction, U.S.-based research network Global Energy Monitor said in its report, nearly enough to power the whole of France. […] China approved new 40 coal mines in the first three quarters of 2019, and it has continued to make use of “green” financing to support coal-related projects.

• Laut einer neuen Studie ist Lichtverschmutzung in Großstädten maßgeblich am Insekten-Sterben beteiligt: Light pollution is key ‘bringer of insect apocalypse’.

• Poor Pandas: Australian koala population hit as wildfires rage

• Poor Mantas: Manta Rays and Whale Sharks Are Consuming a Staggering Amount of Plastic

Neue Studie über die Lücke zwischen den Klimazielen der Regierungen und den tatsächlich extrahierten und verbrannten fossilen Treibstoffen: Bis 2030 verbrennen wir 50% mehr Brennstoffe, als zu einer Begrenzung des Temperatur-Anstiegs um 2°C nötig wäre und 120% mehr, als zu einer Einhaltung des Pariser Abkommens. Guter Artikel zur Studie: The New Climate Math: The Numbers Keep Getting More Frightening.

The fossil fuel production gap is large: the world is currently on track to produce far more fossil fuels in 2030 than would be compatible with a 2°C pathway and, especially, with a 1.5°C pathway. Specifically, countries’ current plans and projections for fossil fuel production would lead, in 2030, to the emission of 39 billion tonnes (gigatonnes) of carbon dioxide (GtCO2). That is 13 GtCO2, or 53%, more than would be consistent with a 2°C pathway. It is 120% or 21 GtCO2 greater than fossil fuel production levels consistent with a 1.5°C pathway.

This gap grows even wider by 2040, when production levels reach 110% and 210% higher than those consistent with the 2°C and 1.5°C pathways.

A production gap of this magnitude implies a risk of substantial over-investment in fossil fuel exploration, development, and infrastructure. Indeed, researchers have found that Paris Agreement goals imply major drops in planned and expected capital investment in fossil fuel production, including for oil and gas in the near term.

• Der auftauende Permafrostboden in Sibirien legt jede Menge zehntausende Jahre altes Elfenbein von Mammuts frei und hat einen Mammut-Elfenbein-Goldrausch ausgelöst: The climate crisis has sparked a Siberian mammoth tusk gold rush.

Glancing into the 50-metre-deep hole the two tusk hunters smiled. Together, they heaved out a caramel-coloured mammoth tusk from the soil where it had been frozen for at least 10,000 years. Their dog, too, seemed to be interested in the find. “Because it’s been locked in the ice for that long it still smelled of the meat, it still smelled of the animal,” says Amos Chapple, who spent three weeks photographing mammoth tusk hunters at work in the Siberian region of Yakutia.

The tusk hunters cleaned their find with dry grass and quickly wrapped it in cling film to keep it moist and preserve valuable weight that would push up its price when it came to selling it. Then the precious cargo, along with two other tusks, went on a winding five hour speedboat journey down a river in northeastern Siberia. The 65kg relic was later sold for $34,000 (£26,800) to a Chinese dealer waiting in the tusk hunters’ village, earning them a total of around $100,000 (£77,000) in just eight days. Everything they left behind – mammoth skulls and bones – was consumed by the elements.

The frozen land of Siberia is rapidly thawing. Parts of it are warming twice as fast as the rest of the planet. The permafrost – soil that remains frozen year-round – is protected by a surface layer of dirt and sediment that thaws in summer and refreezes in winter. But in 2018, some parts of this layer did not freeze at all, leaving the permafrost exposed to even warmer temperatures than usual. For decades, residents of this frozen land, where temperatures regularly dip below minus 30 degrees Celsius, would often stumble upon the remnants of woolly mammoths that died out 10,000 years ago. But as the ground thaws, Siberia is revealing its ancient treasure horde faster than ever. Now, fuelled by Chinese demand for ivory, tusk hunters are racing to retrieve so-called “ice ivory” from the Siberian permafrost.

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Climate-Karma is a bitch

25. November 2019 13:25 | #Klimawandel #Politik #Umwelt

In Venedig hat ein Verwaltungsrat gegen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels abgestimmt und wenige Stunden später wurde das Gebäude überflutet. Karma is a bitch.

Andrea Zanoni, a council member and chair of the environment committee, posted photos of the flooded chambers on Wednesday night. It’s the first time the council chambers have ever flooded. The building sits right on Venice’s Grand Canal, and its flood protections appear to have failed.

But the timing couldn’t be more absurd. Zanoni noted in his Facebook post that councilors had been voting on amendments to the region’s 2020 budget prior to the flood. He said the “budget does not contain any concrete action to counteract climate change,” and all amendments put forward to address climate change like boosting renewable energy, replacing diesel buses, and improving efficiency were rejected.

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[Klimalinks 12.10.2019] Extra Horny Tarantulas; Shell hat „keine Wahl“ als Öl-Investitionen; Bank of England: Investmentfirmen finanzieren 4° Erderwärmung

16. Oktober 2019 16:36 | #Klimawandel #Politik #Protest #Wirtschaft

Extinction Rebellion protests – live: Mothers and babies blockade Google HQ as Greta Thunberg condemns ‘unlawful’ police ban on demonstrations und Piers Morgan attacks ‘Mr Broccoli’ climate protester in live TV interview

• Tausende Wissenschaftler solidarisieren sich grade mit XR: Scientists’ Declaration of Support for Non-Violent Direct Action Against Government Inaction Over the Climate and Ecological Emergency

• Shell will bis 2025 insgesamt 35 neue Öl- und Gas-Vorhaben starten und spricht davon, dass die steigende Energie-Nachfrage dem Unternehmen „keine Wahl“ lasse: No choice but to invest in oil, Shell CEO says. Und genau deshalb kann die(se) Logik des Marktes den Klimawandel nicht aufhalten, solange das Gemeinwohl im Sinne der Weltgemeinschaft in diese Logik einbezogen wird. (Symboldbild oben: Where Oil Rigs go to die)

Extra-horny spiders is yet-another unexpected consequence of climate change. The warmer-than-usual weather has prolonged the male tarantula’s annual mass booty crawl—and, by extension, their lives.

[30] Banks worth $47 trillion adopt UN-backed climate pact — but only 3 of the top 10: Banks with more than $47 trillion collectively in assets signed on to the United Nations-backed Principles for Responsible Banking (PRB) framework for climate action rolled out this week. Yet only three of the world’s 10 largest banks joined the coalition of 130 signatories.

America’s ‘Green Economy’ Is Now Worth $1.3 Trillion: A new national database for clean business says U.S. industry is leading the way, but China isn’t far behind.

Bank of England boss says global finance is funding 4C temperature rise: in a stark illustration of the scale of the decarbonisation challenge facing the world economy, Carney suggested companies had already secured financing from investors in the global capital markets – worth $85tn (£67.2tn) for stocks and $100tn for bonds – that will keep the world on a trajectory consistent with catastrophic global heating. The risks associated with temperatures at or above 4C include a 9-metre rise in sea levels – affecting up to 760 million people – searing heatwaves and droughts, serious food supply problems and half of all animal and plant species facing local extinction.

How do we rein in the fossil fuel industry? Here are eight ideas [and this is the best one in my book because it changes the logic of the markets]:

Establish market metrics on climate change

Nearly three years after the Paris agreement, world markets still have no mandatory, comparable data to measure the risks posed by the climate crisis at a company level. Regulators must act urgently – slow-moving voluntary schemes are not enough. Last week, the governor of the Bank of England warned major corporations that they had two years to agree rules for reporting climate risks before global regulators devised their own and made them compulsory. If markets do not understand what climate change really means for car manufacturers, fossil fuel companies and energy firms, a climate-induced financial crisis is just a matter of time. Investment in fossil fuels must end. The fossil fuel divestment movement now has $11.5tn of assets under management committed to divestment.

Chapo Trap House 358 – World on a Wire feat. Naomi Klein (10/14/19): We’re joined by author Naomi Klein to discuss climate change, a green new deal and what it must include, and new developments in responses to ecological crisis from both the right and the left.

Die Alpen bröckeln: Nirgendwo zeigt sich in Mitteleuropa der Klimawandel stärker als in den Alpen. Der Fels wird instabiler. Selbst Wahrzeichen wie das Matterhorn sind betroffen.

Eine Skizze der politischen Vorstellungen von Extinction Rebellion-Mitbegründer Roger Hallam

The 1981 TV documentary that warned about global warming

Ebola epidemics will ‘increase with greenhouse gas concentrations’, study finds. Vielleicht erledigt sich das Problem damit ja ganz von alleine.

• „[Das Klimapaket] zeigt eindrucksvoll, wie schwer sich ein zukunftsfähiges Deutschland gegen die Gegenwartsinteressen organisieren lässt – selbst dann, wenn freitags die Zukunft dieses Landes auf die Straße geht.“

Klimapaket – Von der Angst diktiert: Statt von “Ökodiktatur” zu faseln, sollte man sich lieber Gedanken darüber machen, wie eine Ökodemokratie aussehen könnte. Das wissen wir nämlich noch nicht.

Klimagesetz: Bruch des Völkerrechts mit Ansage: Das Klimaschutzgesetz sieht […] für die nächsten Jahrzehnte weit höhere Emissionen vor, als sie mit den in Paris verabredeten Zielen vereinbar sind. Da ist die oben zitierte Einschätzung der Linksfraktion, hier solle Völkerrechtsbruch in ein Gesetz gegossen werden, tatsächlich nicht von der Hand zu weisen.

Neue Klimastudie – Forscher warnen vor dramatischem Temperaturanstieg am Mittelmeer: 20 Prozent schneller als im globalen Durchschnitt steigt die Temperatur im Mittelmeerraum. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Sie warnt: Eine Insel vor Sizilien könnte komplett verschwinden.

• Wie der Verband der Öl-Industrie Mitte der 90er eine PR-Firma anheuerte, um die Ergebnisse der Klimawissenschaften in Zweifel zu ziehen, woran übrigens auch Mitarbeiter der PR-Firmen beteiligt waren, die schon in den 60er und 70er Jahren PR für die Zigaretten-Industrie gemacht hatten: How vested interests tried to turn the world against climate science.

“Project goal: a majority of the American public, including industry leadership, recognises that significant uncertainties exist in climate science,” the 1998 Walker API memo began. A series of strategic goals was elaborated. It said “victory will be achieved when … recognition of uncertainties becomes part of the conventional wisdom” and “those promoting the Kyoto treaty on the basis of extant science appear to be out of touch with reality”.

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