[Klimalinks 4.9.2019] Carola Rackete über Klimaflüchtlinge; IWF über Kosten des Klimawandels; erster Elektro-Porsche; Grünes Wirtschaftswunder im Osten

4. September 2019 15:44 | #Klimawandel #Politik #Wirtschaft

• Carola Rackete: Climate breakdown will make the Mediterranean ‘migrant crisis’ look like a tea party:

Climate breakdown exacerbates the reasons people already have for needing to migrate, such as desperate socioeconomic conditions or political oppression. In situations where people already struggle to survive, climate breakdown intensifies the pressure, whether through rising sea levels, water shortages, storm damage or crop failures. People living in the most disadvantaged places on Earth – who have contributed the least to the climate crisis – are also the first to face its effects. The devastating storms in Mozambique, the droughts in Somaliland that have killed most of the livestock, and the heatwaves in India are just a taste of things to come if we continue to pump greenhouse gases into the atmosphere. More and more people will have to move just in order to survive.

In the next few decades, millions will be forced to migrate to avoid ever-changing, ever-worsening environmental conditions. So far most of them are migrating internally, from rural to urban areas, or are moving to neighbouring countries. Only a handful travel longer distances. They are then stranded in front of the walls of countries that are often in part responsible for the conditions – both environmental and political – that they are fleeing. The global north conquered and plundered during its colonial heyday, and still holds those countries hostage for debt, but it is also now depriving people of life’s necessities through its own addiction to high-carbon luxury. […]

A report by the UN special rapporteur on poverty and human rights warned recently of a future “climate apartheid”, where the global poor will suffer the worst consequences of climate breakdown while the rich buy their way to relative security. “Human rights might not survive the coming upheaval,” the report concludes gloomily.

Internationalen Währungsfond über makroökonomische Effekte des Klimawandels:

Laut der Studie halten sich die wirtschaftlichen Einbußen langfristig nur unter einer Bedingung in Grenzen: wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden und der Temperaturanstieg auf 1,5 bis zwei Grad begrenzt bleibt. Dann und nur dann sinkt die Weltwirtschaftsleistung bis 2100 nur um gut ein Prozent. Steigen die Emissionen aber weiter wie bislang, sinkt die globale Wirtschaftsleistung drastisch. Bis zum Ende des Jahrhunderts errechnen die Forscher einen Einbruch des Pro-Kopf-Weltinlandsprodukts um 7,2 Prozent.

Besonders stark trifft es dabei einige, aber nicht alle Industriestaaten. Ihre Einbußen liegen teilweise deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Die USA müssen mit einem Minus von 10,5 Prozent an Realeinkommen rechnen, Japan mit rund elf Prozent, Südkorea und die Schweiz mit zwölf Prozent.

Diesen Zahlen liegt jeweils die Annahme zugrunde, dass sich die Länder relativ zügig an die Folgen des Klimawandels anpassen, nämlich in den nächsten 30 Jahren. Verzögert sich der Anpassungsprozess um weitere zehn Jahre, fallen die Verluste noch erheblich höher aus. Für die USA etwa würden die Einbußen auf mehr als 14 Prozent steigen.

Porsche Unveils Its First-Ever Electric Car

• Im Osten gibt’s viel Leerstand und Brachflächen und da wohnt keiner mehr? WUNDERBAR! Fantastisch viel Raum für Photovoltaik und genau der Platz, den man für die Erzeugung neuer Energien braucht. Die Infrastruktur wird vor Ort geschaffen, die Maschinenbauer freut’s und den natürlichen Restraum erarbeitet man sich mit Touristik. –> Das ökologische Wirtschaftswunder ist möglich: Wie Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in künftigen Wahlkämpfen zusammen erfolgreich diskutiert und gestaltet werden können, zeigt die Entwicklung im Landkreis Rhein-Hunsrück in Rheinland-Pfalz. Noch vor 25 Jahren herrschten dort hohe Arbeitslosigkeit, geringe kommunale Finanzkraft und Abwanderung. Doch inzwischen ist im Hunsrück ein ökologisches Wirtschaftswunder passiert. Wie und warum? Weil kommunale und regionale Politiker den Mut hatten, ihren Wählern die ökologische Wahrheit über den Klimawandel und die Notwendigkeit einer erneuerbaren Energiewende zu erklären und die Dringlichkeit des entsprechenden Strukturwandels in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen. Die Ökologie ist die modernere Ökonomie.

• Stefan Rahmstorf auf spOnline: Die Menschheit verliert die Kontrolle über den Zustand der Erde: „Über Jahrtausende hat sich der Mensch zu einer Kraft entwickelt, die den ganzen Planeten verändert. Nun ist sie so stark geworden, dass sie das Erdsystem endgültig zum Kippen bringen könnte.“

• Hier, äh, Profis! Diese CO2-Währung soll das Weltklima retten: „Die FDP will den Klimaschutz durch Digitalisierung revolutionieren. Mit der Kryptowährung ‘Arbil’ sollen diejenigen belohnt werden, die CO2 aus der Atmosphäre filtern. Der Name ist dabei mit Bedacht gewählt [und bezieht sich auf Facebooks „Libra“, nur rückwärts].“ Ich lolte.

Greenland’s ice faces melting ‘death sentence’: Greenland’s massive ice sheet may have melted by a record amount this year, scientists have warned.

Studie: Aus der Energiewende muss eine Energiesystemwende werden

• NEU! CDU/CSU ab jetzt noch unwählbarer! „Zweieinhalb Wochen vor der Sitzung des Klimakabinetts am 20. September stellen sich die Unionsparteien gegen eine CO2-Steuer.“

• Gut, mehr davon: Stadt Freiburg fördert vollbelegte Dächer mit Photovoltaik, Speicher und Balkonmodule: Im September hat die Universitätsstadt ein neues Förderprogramm aufgelegt. Es beinhaltet viele neue Elemente. Es werden auch Zuschüsse für kombinierte Photovoltaik-Solarthermie-Anlagen und für die erste Steuerberatung nach Inbetriebnahme der Systeme gezahlt.

• Will Steffen: The Real Nature of Climate Change

Will Steffen (born 1947) is an American chemist. He was the executive director of the Australian National University (ANU) Climate Change Institute and a member of the Australian Climate Commission until its dissolution in September 2013. From 1998 to 2004, he was the executive director of the International Geosphere-Biosphere Programme, a co-ordinating body of national environmental change organisations based in Stockholm.

The hellish future of Las Vegas in the climate crisis: ‘A place where we never go outside’

The coroner’s office in Clark county, which encompasses Las Vegas, often records heat as a contributing factor to accidental deaths. There are hikers succumbing to lethal temperatures in the surrounding desert and heat-related deaths in cars and homes when occupants forgo cooling. Roberts has seen homeless people with post-mortem burns from collapsing on hot streets.

And it will get worse. Las Vegas is the fastest-warming city in the United States, its temperatures having risen 5.76F since 1970. A June study of coroner data by the Las Vegas-based Desert Research Institute found a correlation between heatwaves and heat-related deaths in southern Nevada, both of which, they say, are on the rise. And a recent Union of Concerned Scientists (UCS) report warns that without global action to reduce carbon emissions, the city will probably experience 96 days of heat above 100F by the end of the century, including 60 days over 105F, and seven “off the chart” days that would break the current heat index.

• Nature.com: Scientists must act on our own warnings to humanity: We face interconnected planetary emergencies threatening our climate and ecosystems. Charlie J. Gardner and Claire F. R. Wordley argue that scientists should join civil disobedience movements to fight these unprecedented crises.

The Planet Needs a New Internet: „We need to make it socially unacceptable to be hosting the internet on fossil fuels“.

Wir reden in der Klimakrise am eigentlichen Problem vorbei: Wir glauben an ewiges Wachstum: Wirtschaftswachstum hat uns Wohlstand gebracht. Und zerstört unsere Lebensgrundlagen. Grünes Wachstum funktioniert nicht. Es ist Zeit umzudenken.

We, the peoples of the Amazon, are full of fear. Soon you will be too: In the Kayapó language we call your money piu caprim, “sad leaves”.

• Podcast von HR2 Der Tag: Kollaps Klima: Von der Unfähigkeit umzudenken (MP3): In der Schweiz geht der erste Europakongress der Bewegung Fridays for Future zu Ende, und der Weltklimarat stellt sein Sondergutachten zu den Folgen des Klimawandels für die Wüstenbildung, die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit vor. Die räumliche Nähe der beiden Ereignisse ist kein Zufall. Die Wissenschaftler und die jungen Klimaschützer haben sich als Verbündete erkannt und versuchen gemeinsam, die Politik und uns alle zum Handeln zu tragen. Ob ihnen das allerdings gelingt, ist zweifelhaft. Obwohl unser Wissen über den Klimawandel so sehr zum Handeln drängt, geschieht (fast) nichts. Eigentlich müssten wir an uns selbst verzweifeln – und die Kinder und Jugendlichen von Fridays for Future werden das sicher auch tun. Noch nie war unser Wissen über die Folgen unseres Wirtschaftens auf dieser Erde und für sie so umfassend wie heute, und noch nie war die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln so groß wie heute. Es scheint, als wären wir Menschen nicht in der Lage, das Vernünftige zu tun, als müssten wir sehenden Auges in die Katastrophe steuern. Ist das so? Wir suchen den Fehler im Programmcode des Homo sapiens …

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