Sprunghafter Anstieg der Erderwärmung durch verschwindende Wolken

7. Februar 2020 17:04 | #Klimawandel #Wissenschaft

Vor ungefähr einem Jahr bloggte ich über ein neues Paper von Klimawissenschaftler, die die Auswirkung der Erderwärmung auf die Wolkenbildung untersuchten und den daraus resultierenden Feedback-Loop, also wie sich diese veränderte Wolkenbildung auf die Temperaturen auswirkt. Höhere Temperaturen führen zu weniger und dünneren Wolken und diese fehlenden Wolken wiederum führen zu steigendem Strahlungseinfall, der wiederum auf eine größere Ozean-Fläche trifft, wo mehr Energie absorbiert wird und so weiter. Die Wissenschaftler rechneten damals einen sagenhaften Anstieg der Temperaturen um zusätzliche 8°C im Laufe des nächsten 22. Jahrhunderts bei ungebremstem CO2-Ausstoß aus. So weit, so schlecht.

Nun hat man die Ergebnisse dieser Arbeit in die Klimamodelle in den Superrechnern einfließen lassen und einige dieser Modelle zeigen nun einen sprunghaften Anstieg der Temperaturen um durchschnittlich 30% an. Einige der Modelle berechnen nun mehr als 5° Erderwärmung bei Verdoppelung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Wohlgemerkt: Diese Verdoppelung der Konzentration benötigt bei gleichbleibendem Ausstoß mindestens 100 Jahre, ordentliches Wachstum vorausgesetzt. Wissenschaftler gingen bislang von einer Erderwärmung von 3°C bei Verdoppelung der CO2-Konzentration aus mit einer Fehlertoleranz von 1,5°C.

Diese Werte müssen nun wohl nach oben korrigiert werden und uns bleibt nun noch weniger Zeit, als gedacht, um unsere Wirtschaftsweise den neuen Realitäten anzupassen. Die Gelegenheit, die Erderwärmung auf 1,5° oder auch 2°C zu begrenzen, dürfte jedenfalls bereits weit hinter uns liegen und der kommende Bericht der IPCC im April, in dem diese Zahlen erstmals berücksichtigt werden, dürfte noch apokalyptischer ausfallen, als in der Vergangenheit.

Bloomberg hat die äußerst alarmierenden Zahlen: „NCAR found that CO₂ doubling would lead to 5.3°C world, a 33% jump from the model’s past reading on global warming. Soon there were multiple teams at other institutions putting out new climate-sensitivity numbers that looked like worst-case scenarios on steroids. The Met Office Hadley Center, the U.K.’s main research group, found a doubling of CO₂ would deliver 5.5°C warming. A team at the U.S. Department of Energy ended up with 5.3°C, and the Canadian model topped out at 5.6°C. France’s National Center for Meteorological Research saw its estimate jump to 4.9°C from 3.3°C.“

Why Clouds Are the Key to New Troubling Projections on Warming [Yale Environment 360]

The new predictions overturn a consensus about the planet’s climate sensitivity that has persisted for the entire 32-year history of the UN’s Intergovernmental Panel on Climate Change. All five of the IPCC’s scientific assessments have agreed that doubling carbon dioxide, the most critical planet-warming greenhouse gas, from pre-industrial levels will eventually warm us by about 3 degrees C (5.4 degrees F), with an error bar extending from a low of 1.5 degrees C (2.7 degrees F) to a high of 4.5 degrees C (8 degrees F). This is known in the jargon as the equilibrium climate sensitivity.

That consensus was reaffirmed in 2018 when a widely cited review, headed by Peter Cox of the University of Exeter, found that the chance of climate sensitivity exceeding 4.5 degrees was “less than 1 percent.”

But the consensus has now been blown apart. Most leading climate models — including those from the U.S. National Center for Atmospheric Research (NCAR) and Britain’s Hadley Center — are now calculating the climate’s sensitivity to doubling CO2 levels as a degree or more higher, ranging up to 5.6 degrees C (10 degrees F). Their findings are almost certain to feature strongly in the next IPCC assessment of the physical science of climate change, due to be signed off in April next year.

In the meantime, the new findings should make disturbing reading for climate negotiators preparing a new deal on reducing greenhouse-gas emissions to be agreed in Glasgow, Scotland, this November. That’s because the revised estimates make the prospect of keeping global warming below 2 degrees C — let alone the aspiration of 1.5 degrees C agreed in the Paris climate accord five years ago — even more unlikely.

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